Gebäudeinstallation

Wir möchten Ihnen hier die Begriffe erklären, die in der Gebäudeinstallation immer wieder genannt werden und Ihnen vorab die Möglichkeiten zeigen oder eine Auswahlhilfe geben, was für welche Objekte in Frage kommt.

Konventionelle Installation

Die herkömmliche Elektroinstallation baut sich folgendermaßen auf. Es gibt eine Elektroverteilung, dort befinden sich auch die Sicherungen und von dort vereteilt sich nun der Strom in das Gebäude. Steckdosen, Schalter, Rollolschalter und Thermostate für Fußbodenheizung werden mit Dauerstrom versorgt. Die Schalter und Thermostate schalten dann den Strom bis zum Verbraucher (Licht, Rollo, Stellantrieb Fußbodenheizung). Darüber hinaus kann die Installation erweitert werden, durch Bewegungsmelder, Schaltuhren für Rollos oder elektronisch geregelte Thermostate, die ebenfalls Dauerstrom bekommen und automatisch den Strom zum Verbraucher weiterschalten. Desweiteren gibt es in der Installation ein Netz für LAN-Kommunikation, Telefon, Sprechanlage und Antenne, das in nebenstehender Abbildung nicht aufgezeigt ist. Diese Installation ist in den meisten Fällen ausreichend, eine funktionale Erweiterung ist  durch Nachrüsten von Komponenten (Bewegungsmelder, Schaltuhren, Dämmerungssensoren usw.) möglich.

Diese konventionelle Ausführung wird empfohlen wenn gar keine, bzw. wenige Rollos anzusteuern sind oder beleuchtungsmäßig keine Lichtszenen erforderlich sind.

 

 


 

Sternförmige Installation und Automatisierung

Bei der Automatisierung übernimmt eine Steuerung (speicherprogrammierbare Steuerung, SPS) die Schaltung der Verbraucher (Rollos, Licht usw.).

Eine automatisierte Installation setzt die sternförmige Verlegung der Leitungen voraus, es werden alle Leuchten, Rollos und Stellantriebe sternförmig, d. h. einzeln zur Verteilung verlegt. Die Schalter werden ebenfalls sternförmig zur Verteilung geführt. Die Steuerung wird so progarmmiert, dass entsprechend die Schalter den jeweiligen Verbraucher schalten. Bis zu diesem Punkt ist erstmal keine funktionale Steigerung zur konventionellen Installation erkennbar, man schaltet mit den Schaltern ganz herkömmlich die Verbraucher und bemerkt nicht, dass im Hintergrund eine Steuerung dies verwaltet.

Der Zusatznutzen entsteht nun dadurch, dass alle Schaltvorgänge frei programmierbar sind. Es lassen sich nun zusätzliche Taster realisieren, die zentral mehrere oder alle Rollos gleichzeitig fahren können. Zentral-AUS-Befehle und Zentral-EIN-Befehle für Beleuchtung. Rollo- und Beleuchtungsszenen, sind direkt aufrufbar über Taster oder Zeitschaltung bzw. sonnenlichtabhängig, Temperaturerfassung der Räume, Eigenverbauchsoptimierung bei Erzeugungsanlagen.

Die Steuerung  besitzt eine Visualisieungsoberfläche, die jetzt über Tablet, Smartphone oder Internetbrowser erreicht werden kann, ohne dass dies über einen externen Server verbunden ist. Fernzugriffe sind jedoch über VPN-Zugang möglich.

Die sternförmige Installation kann vorbereitend für eine Automatisierung errichtet werden und wird bei Bedarf durch die Steuerung komplettiert.

Die Automatisierung wird empfohlen, wenn eine größere Anzahl an Rollos bedient werden muss, Raffstores über Windalarm funktionieren müssen und der Anwender komfortabel Rollo- und Beleuchtungsszenen verwenden möchte. Um nur die schlagkräftigsten Argumente zu nennen.



Wann kommt eine Automatisierung in Frage in Hinblick auf deren Mehrkosten?

Wie bereits erwähnt, müssen  Windwächter  auf Raffstores einen übergeordneten Eingriff  haben.

Dies ist bei der konventionellen Installation relativ schwierig und selbst bei ausschließlich sternförmiger Verlegung der Rollos mit Mehrkosten für Steuerungsrelais verbunden So dass sich selbst für die ausschließliche Anwendung als Rollosteuerung eine SPS lohnt. Bei der Heizungsregelung ist die SPS ebenfalls konkurrenzfähig, wenn sich aus dem vorher genannten Punkt der Rollosteuerung bereits die SPS als notwenig dargestellt hat. Das sich Beleuchtung mit wenig Mehraufwand auch über die SPS steuern lässt, ist wahrscheinlich für den Heimgebrauch eher eine Spielerei, trifft aber den technikbegeisterten Kunden direkt ins Herz und hat somit wohl auch die gleiche Daseinsberechtigung wie vielfältige andere technische Spielerein, die man heute zu seinem Alltag zählt. Der größte Komfortnutzen bleibt in diesem Zusammenhang die zentrale und programmierbare Ansteuerbarkeit der Rollos oder Raffstores.

 

Was ist eine SPS genau?

Eine SPS (spreicherprogrammierbare Steuerung) ist ein kleiner Computer für den Verteilereinbau, an den je nach Bedarf Eingagnskarten für Schalter und Ausgangskarten für Verbraucher, sowie Messklemmen für Temperaturerfassung angereiht werden. Die Steurerungen stammen aus der Maschinen- und Analgenautomatisierung und zeichnen sich durch Langlebigkeit und zuverlässigen Einsatz in diesen Bereichen aus. SPS-Steuerungen gibt es von verschieden Herstellern, unser bevorzugtes Fabrikat ist der WAGO-Ethernetcontroller, durch die Programmierung der Visualisierungoberfläche formen wir diese Steuerungen zum Einsatz in Wohngebäuden oder sonstigen Anlagen um.


Was ist ein Bussystem?

Ein Bussystem beschreibt erstmal nur die Kommunikationsweise von Schalter (Sensor) zum Schaltrelais (Aktor).

Der Schalter an der Wand setzt den Tastendruck in ein elektronisches Protokoll um, dass über eine Datenleitung (Busleitung) von allen Teilnehmern gehört wird und die entsprechend programmierten Teilnehmer führen eine Schalthandlung aus. Ohne weiterer Unterstützung von Computern (produktspezifische Computer) sind zwar Gruppen und Szenen auf die Tasten programmierbar, jedoch keine Schaltzeiten, Visualisierung usw. enthalten. Der standardisierte Bus für die Gebäudetechnik ist KNX. Dieser Bus kann ebenfalls an eine SPS, wenn notwendig,angekoppelt werden. Unsere SPS kommt aber im Normalfall mit konventionellen Schaltern aus, was bei nicht zuletzt bei Entstörung im Fehlerfall vorteilhaft ist.

Gefahrenwarnanlage und Außenhautüberwachung

Gefahrenwarnanlagen sind Einbruchmelde-, Brandmelde- oder sonstige Meldeeinrichtungen für den Heimgebrauch. Diese Meldeeinrichtungen funktionieren in der Regel über ein eigenes Leitungsnetz oder per Funk. Gefahrenwarnmeldungen müssen lückenlos projektiert und ausgeführt werden, um Falschalarme zu vermeiden. Die Außenhautüberwachung beschreibt Magnetkontakte an Fenstern und Glasbruchsensoren, die bei Einbruch alarmieren sollen. Magnetkontakte an Fenstern für die Offenmeldung können aber auch im Zusammenhang mit einer kontrollierten Wohnraumbelüftung notwendig sein. Nähere Informationen über Gefahrenwarnanlagen sind im Unterpunkt "Gefahrenwarnanlagen" nachzulesen.



 Beispiellösung für Wohnhäuser

 

Die Bedienung der Raffstores

Die Raffstores können ganz gewöhnlich, per Taster im jeweiligen Raumangesteuert werden.

Die Raffstores können per Tablet oder Handy über WLAN bedient werden.
Entweder über die Auflistung sämtlicher Raffstores oder über die Grundrissdarstellung die sich jeweils durchblättern lässt.

Die Raffstores können in Gruppen gefahren werden, z.B. Alle Raffstores, alle im Erdgeschoss, Obergeschoss, Dachgeschoss, somit auch die Lamelleneinstellung.

Die Raffstores können Szenen zugeordnet werden um Beschattungs- oder Dämmerungssituation  Individuell einstellen zu können. Die Szenen lassen sich per Tablet auslösen, oder
auf einen fest verbauten Taster legen.


Die Szenen lassen sich darüber hinaus durch Schaltzeiten auslösen. Auch jahreszeit- und wochentagabhängig


Die Szenen lassen sich bei vorhandener 8 Kanal Analogeingangsklemme (Ausbaustufe für
Raumtemperatur) auch über Sonnenlicht (Beschattung)
oder Dämmerung auslösen.

 

 

Die Bedienung der Beleuchtung

Die Beleuchtung kann ganz gewöhnlich,
per Taster im jeweiligen Raum angesteuert werden.

Die Beleuchtung kann per Tablet oder Handy über
WLAN bedient werden. Entweder über die Auflistung sämtlicher Leuchten oder über die Grundrissdarstellung die sich jeweils
durchblättern lässt.

Die Beleuchtung kann über Zentralbefehle gesteuert werden z.B. Schalter am Bett 3 Sekunden halten = alle Leuchten aus, weitere 2 Sekunden = alle Leuchten ein (Panik) Dies ist auch über Zentralbefehle in der Visualisierung möglich.

Die Beleuchtung kann Szenen zugeordnet werden die
individuell eingestellt werden kann.
Die Szenen lassen sich per Tablet auslösen, oder
auf einen fest verbauten Taster legen. Es können Taster mit Merkfunktion belegt werden, diese schalten das Licht im Raum aus und beim Einschalten den letzten Beleuchtungszustand wieder ein.

Dimmer sind möglich, müssen aber gesondert Projektiert werden und werden nur für die notwendigen
Schwerpunkte empfohlen. Der Preis variiert hier stark für die geforderte Lastart und
Leistung und der Bedienbarkeit und Einbindung in Szenen.In den meisten Fällen, genügt aber ein einfacher Dimmers,der nicht szenenfähig ist, sondern per Hand (auch aus Visualisierung) eingestellt wird

Die Bedienung der Raumtemperatur

Die Raumtemperatur kann über die Visualisierung für jeden Raum einzeln eingestellt werden
und die aktuellen Temperaturwerte (auch Außentemperatur) angezeigt werden.
Eine Einstellmöglichkeit im Schalterprogramm, ist in dieser Ausbaustufe nicht vorgesehen

Florian Seitz Elektrotechnik  |  info@florian-seitz-elektrotechnik.de